Entlang des Bahndamms soll der Fuss- und Veloweg künftig bis zum Bahnhof Kempten führen. Realisieren kann Wetzikon das Projekt erst, wenn die SBB die Binzackerbrücke ersetzt.
Wichtigstes Projekt verzögert sich
6 Millionen Franken bewilligten die Wetziker Stimmberechtigten, damit die Stadt bis 2028 ihr Fuss- und Velowegnetz verbessert. Einige der geplanten Projekte sind bereits realisiert. Doch das grösste und teuerste Werk lässt auf sich warten: die Verbindung Oberwetzikon–Bahnhof Kempten.
2021 nahmen die Wetzikerinnen und Wetziker den Gegenvorschlag zur Fuss- und Veloweg-Initiative mit 63 Prozent Ja-Stimmen an. Noch zweieinhalb Jahre bleiben, um mit den 6 Millionen die Schwachstellen des Fuss- und Velowegnetzes zu beheben.
«Es bestehen weiterhin gravierende Mängel», stellten SP und Grüne im Dezember 2025 fest. Mit einer Petition forderten sie mehr Tempo bei der Umsetzung.
Was ist schon erledigt, was steht noch an? Die Geschäftsberichte der Stadt Wetzikon zeigen den Zwischenstand. Dario Erismann, Abteilungsleiter Tiefbau, fasst es pointiert zusammen: «Bei allem, wo wir keine Abhängigkeiten zu Dritten haben, sind wir auf Kurs.» Und das ist einiges.
Spitalstrasse: Velofreundliche Bushaltestelle
Direkt beim Spital hat die Stadt die Bushaltestelle erneuert. Ein Radstreifen ermöglicht es Velos, auf der Spitalseite am wartenden Bus vorbeizufahren. Zugleich wurde die Fussgängerquerung verbessert.
Weitere Abschnitte der Spitalstrasse folgen erst, wenn konzeptionelle Überlegungen bezüglich der durch das Gesamtverkehrskonzept veränderten Rahmenbedingungen angestellt wurden und wenn das Lärmsanierungsprojekt vorliegt.
Von der Rainstrasse kommt man inzwischen auch mit dem Velo sicher über die Zürcherstrasse. Foto: MIR
Sicher über die Zürcherstrasse
Bei der Rainstrasse verbindet eine neue Querung das lokale Velonetz mit dem kantonalen Radweg entlang der Zürcherstrasse.
Jörg-Schneider-Park besser erreichbar
Von der Bahnhofstrasse her ist der Jörg-Schneider-Park nun direkter und sicherer erreichbar. Die Fussverbindung führt durch den Neubau «Metropol» und über die Tödistrasse zum Spielplatz.
Poststrasse: Warten auf den Bund
Bei der Zufahrt zum Bahnhof über die Poststrasse waren kurzfristig nur kleine Verbesserungen möglich. Velofahrende müssen sich gedulden, bis das Bundesamt für Strassen (Astra) die Kreuzung an der Hauptstrasse verbessert.
Von Oberwetzikon zum Bahnhof Kempten
Mit Abstand das grösste und teuerste Vorhaben ist die geplante Fuss- und Veloverbindung entlang des Bahndamms von der Usterstrasse bis zum Bahnhof Kempten – inklusive Personenunterführung beim Bahnhof Kempten. Allein dieses Vorhaben kostet rund 4,5 Millionen Franken – drei Viertel des bewilligten Kredits.
Drei Hindernisse bremsen das Projekt:
1. Die SBB ersetzen die Binzackerbrücke erst ab 2030. Gleichzeitig will die Stadt Wetzikon eine Fuss- und Velobrücke erstellen, die den Bahnhof Kempten verkehrssicher via Fuss-/Radweg mit den Quartieren Binzacher und Oberwetzikon verbindet.
2. Noch offen ist, wie der Bahnhof Kempten direkt mit der Motorenstrasse verbunden werden soll und wo die Personenunterführung am Bahnhof zu liegen kommt. Es bestehen bedeutende Abhängigkeiten zur Arealentwicklung Binzacher (Quartierplan- und öffentliches Gestaltungsplanverfahren).
3. Neu kommt dieser dritte Aspekt dazu: Die SBB erwägen, auf dem Areal Binzacher zusätzliche Abstellgleise zu erstellen. Das teilte der Stadtrat Wetzikon am 7. Juli 2026 mit. Dies könnte die städtische Planung verzögern und somit auch die Veloprojekte in diesem Gebiet.
Trotz Migros-Provisorium gibt es bereits einen Fuss- und Veloweg.
Provisorischer Weg neben Migros-Provisorium
Am anderen Ende der Strecke entstand bereits 2022 eine provisorische Verbindung. «Wir haben als Übergangsmassnahme den letzten Wegabschnitt bei der Verbindung der Uster- bis zur Strandbadstrasse mit Kies erstellt», erklärt Dario Erisman. Asphaltieren kann Wetzikon den Weg erst, wenn die Migros ihr Provisorium auf dem Nachbargrundstück nicht mehr benötigt, voraussichtlich 2030.
Zusätzlich ein Velostreifen auf der Usterstrasse
Unabhängig von der Initiative entstand auf der Usterstrasse von der ARA bis zur Haldenstrasse ein neuer Velostreifen bergwärts. Dafür musste die Stadt eine bestehende Stützmauer versetzen. Der Bund hat dieses Projekt über das Agglomerationsprogramm mitfinanziert.