Die angehenden Rikscha-Pilotinnen und -Piloten übten unter der Anleitung von Sozialdiakon Roman Schenk (mit Bart) den Umgang mit dem E-Bike.

Wetziker Velo-Rikscha ist starklar

Alle Menschen sollen die Freiheit des Velofahrens geniessen können, findet die reformierte Kirche Wetzikon – und macht dies mit einer Velo-Rikscha möglich. Sozialdiakon Roman Schenk hat das Projekt initiiert und ein halbes Dutzend freiwilliger Pilotinnen und Piloten geschult. Bald treten sie freitags in die Pedale und fahren ihre Gäste kostenlos durch die Stadt, ins Grüne oder an den See. Einsteigen bitte!

«Sie dirigierte mich begeistert durch Kreuzlingen und wollte die Fahrt voll auskosten», erinnert sich Schenk an den ersten Rikscha-Ausflug mit seiner Tante. «Gedanklich war sie wieder am Velofahren – wie früher.» Solche Momente möchte er auch anderen Menschen schenken.

Vor einem halben Jahr hat der Sozialdiakon gemeinsam mit weiteren Akteuren den Standort Hinwil-Wetzikon von «Radeln ohne Alter» ins Leben gerufen. Auf deren Webseite heisst es: «Wir sind für ein Recht auf Wind im Haar in jedem Lebensalter!»

Inzwischen hat die Stiftung «Wohnen im Alter Hinwil» eine Rikscha geleast – ein «Christiana Taxi-Bike», das sie meist am Wochenende nutzt. Am Freitag steht das E-Bike, das zwei Fahrgäste transportieren kann, jeweils der reformierten Kirche Wetzikon zur Verfügung (sowie an einem weiteren Tag der Oase Widumstrasse). Interessierte melden sich bei Roman Schenk (siehe Kasten), der die Einsätze koordiniert. Im Fachjargon heissen die Fahrerinnen und Fahrer übrigens Pilotinnen und Piloten.

Velo-Rikscha, Wetzikon, Fahrerin, Frau vorne in Rikscha, reformierte Kirche im Hintergrund

Ermöglicht wird das Rikscha-Projekt durch die reformierte Kirche Wetzikon.

Anrufen, abholen lassen, geniessen

Mit der Velo-Rikscha können sich alle Wetzikerinnen und Wetziker chauffieren lassen, die selbst nicht (mehr) Velo fahren können – sei es wegen einer Krankheit oder altershalber. Ein Anruf bei Sozialdiakon Roman Schenk genügt, idealerweise eine Woche im Voraus. Eine Freiwillige oder ein Freiwilliger holt dann die Gäste mit der Rikscha zu Hause ab – und los geht’s zu einer 30- bis 120-minütigen Ausfahrt. Dieses Angebot der reformierten Kirche ist kostenlos.


 

Roman Schenk
Tel.: 079 425 23 32
Mail roman.schenk@wezikonref.ch

Über ein halbes Dutzend Freiwilliger macht bereits mit. «Ich habe im Kirchenboten davon gelesen und finde es eine lässige Sache», erzählt Eveline während der Schulung. Fritz las im «Zürcher Oberländer» vom Projekt. Er ist seit einigen Wochen pensioniert und möchte anderen eine Freude bereiten.

Im theoretischen Teil erklärt Schenk Wissenswertes zur Rikscha und dem neuen Strassengesetz, das am 1. Juli 2025 in Kraft trat. Das E-Bike fährt maximal 22 km/h, braucht den Führerausweis Kategorie F, verfügt über einen Sicherheitsgurt und in Wetzikon zusätzlich über einen Sicherheitsbügel.

«Wir fahren immer mit Helm und Leuchtweste», betont der begeisterte Velofahrer Schenk. Wichtig sei, gemütlich unterwegs zu sein, Beziehungen zu pflegen und Geschichten erleben zu lassen.

Die Fahrgäste bestimmen das Ziel selbst – die Tour dauert zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. «Ein Klassiker», so der Sozialdiakon, «könnte die Rundfahrt um den Pfäffikersee mit Kaffeehalt auf dem Juckerhof werden.»

Die Rundfahrten sind gratis. Die reformierte Kirche Wetzikon übernimmt sämtliche Kosten, inklusive Miete des «Christiana Taxi-Bike». Die Pilotinnen und Piloten gehören zum Freiwilligenteam der Kirche.

«Ja, da sitzt man nahe beieinander», schmunzeln Sibylle und Eveline, als sie in der Rikscha Platz nehmen. Karl, ein erfahrener Velolenker, schwingt sich als Erster auf den Sattel. Nach der Probefahrt meint er: «Das Lenken ist gewöhnungsbedürftig – aber man hat’s schnell im Griff.»

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