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Die Illustration zeigt die 13 Schlüsselelemente des Masterplans. S6: Personenunterführung Mitte mit begradigter Rampe. S11: Neue unterirdische Velostation. Plan: zvg

Masterplan Bahnhof: Veloparkplätze bleiben

Die Bürgerlichen wollten im Parlament 250 unterirdische Veloparkplätze aus dem Masterplan «Stadtraum Bahnhof Wetzikon» kippen. Sie rechneten die Kosten für die Anpassung der Unterführung dazu und urteilten: zu teuer. Die Mehrheit des Gemeinderats sah das anders. Trotzdem wird das 90-Millionen-Projekt 10% günstiger, wenn es im Sommer an die Urne kommt.

Unbestritten war am Montag, 26. Januar, im Parlament dreierlei: Beim Masterplan Bahnhof (velofreundliches-wetzikon berichtete) handelt es sich um ein Generationenprojekt. Es wird ein lebendiges, nachhaltiges Stadtquartier geschaffen. Und: Die Kosten sind sehr hoch.

Bereits in der Spezialkommission (Speko) des Parlaments, die sich intensiv mit der Vorlage des Stadtrats beschäftigt hatte, gaben die Kosten zu reden: 90,3 Millionen Franken für insgesamt 13 Projekte, wobei Bund, SBB, Kanton und Private voraussichtlich rund 35% übernehmen.


Die Befürchtung: Wegen des hohen Bruttokredits könnte die Vorlage im Sommer an der Urne abgelehnt werden. Das Projekt geht auf eine Motion von Martin Wunderli (GP) aus dem Jahr 2019 zurück und soll in den nächsten 10 bis 15 Jahren realisiert werden.

Am teuersten ist der Neubau Bushof Poststrasse mit 22,77 Millionen. Dicht dahinter folgt mit 22,33 Millionen die Personenunterführung Mitte samt Neubau der Rampe Spitalstrasse (Schlüsselelement S6). Die unterirdische Velostation Mitte (S11) wird mit 5,57 Millionen veranschlagt.

Die Speko hat das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Unterführung und der Velostation ausführlich diskutiert. Sie schliesst sich der Meinung des Stadtrats an: Ohne diese Elemente können «wesentliche Mobilitätsziele der Stadt – insbesondere die Fussgänger-, Velo- und Behindertentauglichkeit – nicht erreicht werden».

Im Parlament gaben diese beiden Teilprojekte dennoch zu reden. Der Grund: Die SVP-Fraktion stellte drei Anträge. 1. Die 10%-Reserve streichen. 2. Die Teilprojekte S6 und S11 streichen. Dieser Antrag wurde zusammen mit der FDP/EDU-Fraktion gestellt. Und 3. Sowohl S6 und S11 wie auch die 10%-Reserve streichen.

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Die Personenunterführung Mitte mit der Rampe zur Spitalstrasse muss künftig mehr Personen Platz bieten. Momentan hat sie eine unübersichtliche Kurve, bei der man nicht sieht, ob jemand dahinter lauert.

Die Hauptargumente der Bürgerlichen: Die Kosten von 28 Millionen Franken für die Erstellung und Erschliessung von 250 Veloabstellplätzen seien viel zu hoch. Und angesichts der rund 29’000 Personen (Ein- und Ausstiege), die man 2024 werktags am Bahnhof zählte, nützten die 250 Plätze nur Wenigen. Zudem würden mit dem Masterplan trotzdem 650 Veloparkplätze entstehen. Heute sind es 300.

Stadtrat Stefan Lenz (FDP) intervenierte. Er betonte, dass die Begradigung der Unterführung Mitte auch dazu diene, sie sicherer zu gestalten. Das sei ein ganz wichtiger Aspekt für Leute, die sie abends benutzen, nicht zurletzt für die Frauen. Bisher weist die Unterführung eine Kurve auf, und man sieht nicht, ob sich jemand dahinter verbirgt. Auch muss sie künftig viel mehr Reisende fassen. Die Passagierfrequenz steigt bis 2050 um fast 10’000 auf 38’000.

Während der Debatte über den Masterplan Bahnhof äusserten mehrere Parlamentarier Sympathie für die Streichung der 10%-Reserve. Die Kredite unterliegen einer Kostenungenauigkeit von +/- 30%, wobei die 90,3 Millionen Franken die Obergrenze seien, wie Stadtrat Lenz sagte. Ein zusätzlicher Puffer von 10%, so die SVP-Fraktion, sei nicht notwendig.

Im Abstimmungsprozedere ermittelte man zuerst, welcher der drei Anträge die grösste Unterstützung findet. Es war jener mit der 10%-Reserve – dank den Stimmen von Brücke-, GP- und SP-AW-Fraktion.

Somit ging es in der Schlussabstimmung nicht mehr darum, ob man Schlüsselelemente aus dem Masterplan streichen will oder nicht. Die Frage lautete mit oder ohne Reserve. Mit 23:9 fiel der Entscheid deutlich für die Streichung der Reserve. Die Wetzikerinnen und Wetziker entscheiden somit über einen Bruottokredit von gut 82 Millionen Franken.

Eine zentrale Weichenstellung zum Masterplan Bahnhof hatte die Speko kurz vor der Parlamentsdebatte vorgenommen. Es handelt sich nicht mehr um einen «Rahmenkredit» sondern um «sich gegenseitig bedingende Objektkredite». Das engt den Stadtrat ein: Er kann das Geld nicht mehr zwischen den 13 Schlüsselelementen hin und her schieben. Stattdessen muss er sich bei jedem Teilprojekt an den projektierten Kredit halten. Und er muss jährlich ausführlich Bericht erstatten.

Details zum Masterplan «Stadtraum Bahnhof Wetzikon» findet ihr hier.

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