Die Ortsplanungsrevision läuft
Die Ortsplanungsrevision Wetzikon ist in zwei Phasen unterteilt und in vollem Gang. Diese Zusammenfassung konzentriert sich auf den Veloverkehr. Und sie zeigt, was die Wetzikerinnen und Wetziker bezüglich Veloverkehr kritisieren.
Screenshots dieser Seite aus vielsichtig.wetzikon.ch
Phase 1 (2024 – 2025)
Bis Ende 2025 erstellt Wetzikon die planerischen Grundlagen für die Überarbeitung der Richt- und Nutzungsplanung. Die Mobilitätsstrategie hat der Stadtrat im Januar 2025 verabschiedet, nun folgt bis Ende Jahr die Erarbeitung eines Gesamtverkehrskonzepts, wobei sich die Bevölkerung in Workshops beteiligte. Am 18. November findet zudem ein Werkstattbesuch statt.
Phase 2 (2026 – 2027)
Ab 2026 wird im Rahmen der Ortsplanungsrevision die Richt- und Nutzungsplanung angepasst. Mit der Richt- und Nutzungsplanung setzt man die Ideen und Ziele aus Mobilitätsstrategie, Gesamtverkehrskonzept und räumlichem Entwicklungskonzept behördenverbindlich (Richtplanung) um – und auch grundeigentümerverbindlich (kommunale Nutzungsplanung).
Die Mobilitätsstrategie
Die Mobilitätsstrategie legt die Ziele für die künftige Mobilität von Wetzikon fest. Sie bildet also eine wichtige Grundlage insbesondere für das Gesamtverkehrskonzept. Und sie dient als Richtschnur für die städtische Verkehrspolitik der nächsten 10 bis 15 Jahre.
Die Stadt Wetzikon formuliert darin edle Ziele für den Veloverkehr, bleibt aber weitgehend unverbindlich. In den zehn Leitsätzen der Mobilitätsstrategie heisst es:
♦ Wetzikon stellt funktionale und attraktive Netze für den Veloverkehr bereit
♦ Wetzikon unterstützt den Wandel des Mobilitätsverhaltens hin zu mehr Fussverkehr, Veloverkehr und öffentlichem Verkehr
♦ Wetzikon verbessert die Verkehrssicherheit laufend weiter
Ziel: Lückenlos, sicher, komfortabel
Zudem umfasst die Mobilitätsstrategie zwölf Handlungsfelder. Eines handelt von der Velonetzplanung. Darin betont der Stadtrat: «Wetzikon möchte ein lückenloses, sicheres und komfortables Velonetz für den Alltag schaffen».
Dabei will die Stadt auf dem kantonalen Velonetzplan aufbauen, der 2016 beschlossen wurde. Und sie verweist auf den Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Fuss- und Veloweg-Initiative», der 2021 angenommen wurde. Damals hatten die Wetzikerinnen und Wetziker sechs Millionen Franken bewilligt, um die Situation für den Fuss- und Veloverkehr zu verbessern. Übrigens: Die Massnahmen zu den erfassten Schwachstellen sollen bis 2028 umgesetzt sein.
Stadtrat schildert Herausforderungen
Der Anteil des Veloverkehrs liegt in Wetzikon bei 7%, das entspreche dem kantonalen Schnitt. Dennoch liege ein grosses Potenzial darin, im Binnenverkehr mehr auf das Velo zu setzen, findet der Stadtrat. Die Distanzen liessen sich in Wetzikon gut mit dem Velo bewältigen und die Topografie sei mehrheitlich flach.
Bezüglich der Probleme spricht der Stadtrat Klartext. «Das tiefe Aufkommen liegt einerseits an verschiedenen Schwachstellen im Netz sowie einer teilweise unattraktiven Infrastruktur für Velos, insbesondere in den Ortszentren von Ober- und Unterwetzikon.» Zudem gebe es «subjektive Sicherheitsdefizite, die vor allem ungeübte Menschen davon abhalten, das Velo zu nutzen.» Und nebst den Schwachstellen im Netz existierten zu wenige und schlecht ausgerüstete Veloabstellanlagen, sowohl auf öffentlichem wie auf privatem Grund.
Das Gesamtverkehrskonzept
Das Gesamtverkehrskonzept, kurz GVK, umfasst alle Inhalte, die später für den kommunalen Richtplan Verkehr (und weitere Planungen) benötigt werden. Das GVK wird vom Stadtrat verabschiedet.
Im Rahmen des GVK erfolgt eine gesamthafte, räumliche Betrachtung der Mobilität in Wetzikon unter Berücksichtigung der Anforderungen des motorisierten Individualverkehrs, des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs.
Das GVK ist ein Bericht mit konkreten Massnahmen, die in Massnahmenblättern mit klaren Zuständigkeiten und weiteren Schritten festgehalten werden.
Workshop kritisiert mangelnde Sicherheit
Der grosse Vorteil des Workshops zum Thema Mobilität: Hier formulierten rund 100 Wetzikerinnen und Wetziker anfangs April 2025 ganz konkret, was ihnen an der momentanen Situation nicht passt, was ergänzt werden muss und was sie bereits gut finden.
Zwölf Gruppen setzten sich mit den vier Verkehrsbereichen (Fussgänger, Velo, ÖV und Auto) auseinander. Hier die wichtigsten Aspekte aus Velosicht.
Schmale Velostreifen
Was passt nicht? Mit Abstand am häufigsten genannt wurde die Sicherheit: Der Platz für Velos ist zu knapp, die Velostreifen auf den Hauptverkehrsachsen sind schmal, man muss die Strasse oft mit den Autos teilen. Mehrmals wird die Sicherheit auf der Spitalstrasse kritisiert.
Das zweitwichtigste Thema: die ungenügende Schneeräumung. Wetzikon soll im Winter auch die Velostreifen pfaden.
Und für das geplante «Gelbe Band» gibt es Verbesserungsvorschläge. Was ist das Gelbe Band? Es sind alternative Verbindungen im Sinne von Komfortrouten für Velofahrende mit hohem Sicherheitsbedürfnis und Kinder.
Schnelle E-Bikes nicht auf Velowegen
Was fehlt und soll ergänzt werden? Zu dieser Frage gibt es von den zwölf Gruppen eine breite Palette an Themen – mit vier Schwerpunkten.
Erneut kommen Vorschläge zum Gelben Band, was das hohe Interesse an diesen sicheren und komfortablen Velorouten zeigt.
Zudem beschäftigen die Lücken im Velowegnetz. Aktivitäten-Cluster sollen mit dem Veloverkehr erschlossen werden, die Bahnhofunterführung für Velos befahrbar werden. Und bei der Planung soll die Stadt den Fokus auf durchgehende Velorouten legen.
Es gelte, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Velofahrenden stärker zu berücksichtigen. Schnelle E-Bikes müsse man klar von Velos trennen, sie gehören nicht auf Velowege. Eine Gruppe fordert: «Alle Fahrzeuge mit Nummernschildern auf die Strasse.»
Das vierte Thema: Veloparkplätze. Es habe zu wenige beim Bahnhof, es brauche Veloständer bei Bushaltestellen und mit unterschiedlichen Arten von Veloparkplätzen könne man Lastenvelos fördern.
Ganz viel Lob fürs Gelbe Band
Was passt? Bei dieser Frage sind sich die Gruppen am Workshop einig: Praktisch alle loben das Gelbe Band. Damit will die Stadt Wetzikon künftig Komfortrouten bieten für Velofahrende mit hohem Sicherheitsbedürfnis und Kinder. Einige Zitate von den zwölf Pinwänden der Gruppen: Uns gefällt das Konzept gelbes Band. Gelbes Band im Grundsatz sehr spannend. Idee zum gelben Band ist gut. Das Velonetz sieht feinmaschig aus (mit gelbem Band!).
Die Infos für diesen Beitrag stammen aus vielsichtig.wetzikon.ch und vom Workshop zum Thema Mobilität im April 2025.