Ein zentrales Element des Masterplans: Der Busbahnhof wird behindertengerecht. Illustrationen: stadtraum-bahnhof-wetzikon.ch
Ein klares Ja zum Masterplan
Es ist eurem Ja zu verdanken und der breit abgestützten Planung der Stadt: Wetzikon erhält ein modernes Bahnhofquartier. Das Ergebnis fiel trotz Kritik an den Kosten sehr deutlich aus: 57,9 Prozent sagten Ja zum 82-Millionen-Kredit.
Mit 4’792 Ja-Stimmen zu 3’480 Nein-Stimmen hat die Wetziker Stimmbevölkerung der zukunftsgerichteten Entwicklung des zentralen Stadtteils rund um den Bahnhof zugestimmt. Die Stimmbeteiligung lag bei 53,01 %, teilte die Stadt mit.
«Es ist ein kräftiges Ja», freut sich der federführende Stadtrat Stefan Lenz (FDP). Der Hochbau- und Planungsvorstand ist von der hohen Stimmbeteiligung überrascht. «53 % sind eine starke Basis», meint Lenz «und dabei 58% Ja zu erhalten, darüber sind wir sehr froh.»
Worauf führt Planungsvorstand Lenz diesen Erfolg zurück? Der Stadtrat habe sich Mitte April aus dem Rampenlicht zurückgezogen. «Von da an hat das überparteiliche Komitee mit einer breiten Abstimmungskampagne gute Arbeit geleistet.» Zudem sei die breit abgestützte Vorbereitung sehr wichtig gewesen: «Die Zusammenarbeit mit der SBB, mit Betroffenen, mit Grundeigentümern und weiteren Ansprechgruppen, ebenso die transparenten Veranstaltungen.» Für Wetzikon sei das Neuland gewesen und habe sich bewährt.
«Das freut mich sehr»
Die Vorlage geht zurück auf eine Motion von Martin Wunderli (Grüne). Er hat durch den Telefonanruf von velofreundliches-wetzikon vom Abstimmungsergebnis erfahren. «58 Prozent! Das ist natürlich super, das freut mich sehr.»
Mit einem Ja habe er gerechnet, jedoch nicht mit einem so deutlichen. «Die meisten Parteien waren dafür», sagt Wunderli, «und für Wetzikon bedeutet dieses Jahrhundertprojekt eine grosse Chance.» Die Stadt entwickle sich rasant, da sei die Aufwertung des Bahnhofsgebiets für den ÖV und den Langsamverkehr zentral.
Es war die teuerste Vorlage, die in Wetzikon jemals an die Urne kam, jene für den Masterplan Stadtraum Bahnhof. Dabei handelt es sich um 14 Projekte, die eng miteinander verknüpft sind. Die Gesamtkosten: 82,1 Millionen Franken.
Die Gegner – SVP und EDU – kritisierten denn auch die Finanzen. Doch die sehr vielen Ja-Stimmen zeigen: Die zahlreichen Vorteile dieser Projekte, die voraussichtlich von 2032 bis 2036 realisiert werden, waren den Wetzikerinnen und Wetzikern wichtiger.
Zu den Vorteilen gehören: ein behindertengerechter Bushof, breitere Unterführungen, neue Velostationen mit direktem Zugang zu den Perrons, ein einladender Bahnhofplatz, ein Bahnhofpark, Zebrastreifen über die Rapperswilerstrasse, neue Flächen für Gewerbe und Gastronomie, und und und …
Die Ausgaben von maximal 82,1 Millionen Franken verteilen sich übrigens auf 10 bis 15 Jahre und sind ohne Steuererhöhung möglich. Rund einen Drittel der Kosten werden Bund und Kanton sowie Private und umliegende Gemeinden übernehmen.
Der federführende Stadtrat Stefan Lenz (FDP) hatte selbst mehrere Führungen am Bahnhof geleitet.
Einige oberirdische Autoparkplätze müssen Geschäften und einem Bahnhofpark weichen.