Auf dem Drahtesel zu den Indianern
Ende Dezember schloss das Indian Land Museum in Gossau seine Türen für immer. Der Ausflugtipp bleibt aber vorerst online, falls euch diese Radstrecke interessiert. Nutzt einen sonnigen Tag und geniesst unterwegs die Natur sowie Erinnerungen an den Sommer.
Angepasst an die Jahreszeit ist dieser Ausflug eher kurz und flach und führt vorwiegend über asphaltierte Strassen. Trotzdem kommen naturverbundene Leute auf ihre Kosten, von Grüt bis Gossau rollt ihr an idyllischen Orten vorbei.
Los geht es wie immer beim Stadthaus, dieses Mal Richtung GZO-Spital und Badi Meierwiesen. Ein Blick durch den Maschendrahtzaun auf die verlassene Wasserrutschbahn weckt wehmütige Sommergefühle. Aber nur kurz. Beim Kreisel Rapperswiler-Grüningerstrasse ist wieder Konzentration gefragt. Bevor wir Wetzikon verlassen, lockt links der Veloweg – nun beginnt das entspanntes Radeln bis (fast) zum Ziel.
Die Veloeinfahrt beim Kreisel Rapperswiler-Grüningerstrasse.
Indianer – das ruft (ebenso wie Saurier) förmlich danach, den Ausflug mit Kindern zu unternehmen. Daher der Hinweis: Nach dem Weiler Hundsruggen geht es in einer Kurve bergab und auf der anderen Seite wieder hoch. Die Verlockung ist also gross, hier den Drahtesel galoppieren zu lassen. Das können die Kleinen unbekümmert, wenn Mama, Götti oder Oma unten an der Kreuzung aufpassen, ob sich ein Auto nähert.
Museum ade
Die nordamerikanische Sammlung im Indian Land Museum gehört zu den wohl bedeutendsten in der Schweiz – vielleicht sogar in Europa. Respektive gehörte. Das Museum wurde am 31. Dezember 2025 geschlossen.



Einige Impressionen aus dem Gossauer Museum. Screenshots: www.indianland.ch
Neu ist nicht besser: Komoot erlaubt es nicht mehr, eine Vorschau einzubetten, daher seht ihr sowohl zuoberst wie hier bei der Karte nur einen Screenshot. Für die interaktive Komoot-Karte müsst ihr oben auf Komoot-Datei klicken.
Zwischen Hundsruggen und Gossau lohnen sich bei schönem Wetter mehrere Stopps: bunte Bäume, weite Sicht – ein Traum für Handyfotografen. Kurz vor dem Museum wird’s dann weniger idyllisch: Die Grossbaustelle hat dem Besucherandrang sehr geschadet.
Umbau, Corona, kulturelle Aneignung, …
Vor 30 Jahren hat Vincent Escriba, leidenschaftlicher Sammler und fundierter Kenner der indigenen Kultur, das Indian Land eröffnet. Seither haben zahlreiche Schulklassen, Vereine und Familien das Museum besucht.
Doch von 2016 bis 2018 musste es wegen einem Umbau des Gebäudes schliessen. «Das Museum ging in der Zeit vergessen, der Neustart war harzig», zitiert Zürioberland24.ch Vincent Escriba. Dann kamen Corona, die Hysterie um die kulturelle Aneignung und nun die Grossbaustelle. Ende Dezember schloss das Indian Land. Dieser Ausflugstipp sollte zu einem letzten Besuch animierten. Die Route bleibt trotz der Schliessung aufgeschaltet, für Leute, die eine Velofahrt auf dieser Strecke geniessen möchten.
Weitgehend ruhige Rückfahrt
Den Abstecher in Dorfzentrum zum Museum können wir uns nun sparen. Dank dem Veloweg bis Grüt lässt sich die Heimfahrt neben der Strasse in Angriff nehmen. Die Route, die wir anschliessend nehmen, wird von Autofahrenden meist nur während der Stosszeiten rege benutzt.
Beim Bahnübergang an der Bertschingerstrasse sind wir definitiv zurück in der Stadt. Der Schlussspurt führt uns auf die Weststrasse Richtung Stadthaus. Mein Tipp: Denkt dabei an eure Fahrten auf der Wetziker Bahnhofstrasse – dort ist der Velostreifen schmaler – dann wird dieser Abschnitt fast schon zum Genuss.
Von oben: Herbstimpressionen zwischen Hundsruggen und Gossau; die Grossbaustelle vor dem Indian Land Museum; Ausstellungsimpressionen; beim Rückweg ein Blick auf die Badi Gossau, die wie Wetzikon mit einer Rutsche lockt.